Mini-Me – eine Puppe, wie Du und ich

Spielzeug gibt es ohne Ende – wenn wir unsere Kinder so anschauen, haben sie doch wirklich mehr als genug. Aber es kommt immer wieder eine neue Geschäftsidee daher. In London eröffnete im September 2011 ein Geschäft, dass nicht nur Puppen verkauft. Es verkauft vielmehr Puppen, die genauso aussehen, wie die stolze Besitzerin selber.

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My London Girl

 

Im Angebot von My London Girl findet sich Designerkleidung für die Töchter zwischen 3 und 12 Jahren. Zu luftigen Schmetterlingskostümen und Ballkleidern gesellen sich „normale“ Cordhängerchen und Pullis. Soweit alles recht schön.

Bizarr wird es, wenn man erkennt, dass es neben der Kleidung für „girls“ auch Kleidung (und Accessoires!) für „Dolls“ gibt – in der 1:1 Wiedergabe dessen, was man zuvor für’s Töchterchen gekauft werden konnte.

Und dazu, damit es wirklich passend ist, eine große Auswahl an Puppen, mit verschiedenen Frisuren, Haar- und Augenfarben und Hauttönen. Da muß jedes Mädchenherz schneller schlagen. Man findet sich selbst in Mini-Format und kann das Püppchen mit der eigenen Mode auch noch zum Zwilling machen. Das ist doch mal eine Erfindung!

Wer steht dahinter?

Die Eigentümer, das Ehepaar Neagle, wollen (laut Interview mit der Daily Mail) nicht etwa die Kinder zu kleinen Erwachsenen stylen. Sie haben die Hoffnung, dass die Mödchen sich wieder dem klassischen Spielzeug „Puppe“ zuwenden und phantasievoll mit ihr spielen. Ihre Puppen sollen wieder wie kleine Mädchen aussehen, nicht wie angemalte Erwachsene im Mini-Format, wie es z.B. durch die Barbie propagiert wird. Zudem möchten sie mit ihrem vielfältigen Angebot die Idee unterstützen, dass der ethnische Hintergrund des Mädchen vollkommen egal ist.

 
Es stellt sich noch die Frage, ob die kleinen Mädchen wirklich so sehr davon fasziniert sind, mit sich selbst im Mini-Format zu spielen. Vielleicht haben sie den Wunsch nach dieser Puppe, aber dann eine, die ganz anders aussieht, wie sie selbst. Möglicherweise sind es doch mal wieder die Eltern, die hier geködert werden mit der „alten“ Idee eines ideologisch einwandfreien und kindlich wertvollen Spielzeuges?

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